39. Internationaler Hansetag in Pskow – Lippstädter Hanseaten erlebten interessante Erlebnisse und regen Austausch

39. Internationaler Hansetag in Pskow – Lippstädter Hanseaten erlebten interessante Erlebnisse und regen Austausch

8. Juli 2019 Aus Von Max Frost

Vor gut einer Woche fand im russischen Pskow der 39. Internationale Hansetag unter dem Motto „Aufeinander zugehen“ statt. Eine Delegation aus Lippstadt nahm unter Führung der stellvertretenden Bürgermeisterin Sabine Pfeffer und Graf Bernhard daran teil.

Bei der Eröffnungszeremonie im Pskow Kreml gaben der Vormann der Hanse, Jan Lindenau, und offizielle Vertreter der Stadt und der Region Pskow den Startschuss für das vom 27. bis 30. Juni andauernde Fest. Umrahmt von einem Chor- und Orchesterprogramm mit ca. 800 Mitwirkenden betonten alle Redner dabei die Bedeutung der Hansetage für den Frieden und die Freundschaft in Europa.

Zu den zahlreichen Höhepunkten gehörten ein mehrtägiges Chor- und ein Filmfestival, das Wirtschaftsforum, ein umfangreiches Programm für die Youth-Hansa Delegierten und der Mittelaltermarkt. Ein umfangreiches Bühnenprogramm mit Tänzern und Musikern aus allen beteiligten Ländern wurde auf mehreren Großbühnen präsentiert. Traditionell stand der auch in diesem Jahr hervorragend besuchte Hansemarkt im Mittelpunkt, auf dem sich 61 Hansestädte präsentierten. Der Lippstädter Stand wurde – in schon bewährter Weise – gemeinsam mit der Stadt Hamm gestaltet, und bewarb in direkter Nachbarschaft zum Stand der Westfälischen Hanse neben den jeweils städtischen Besonderheiten auch den gemeinsamen Hochschulstandort.

Als ein weiterer Höhepunkt der Hansetage wurde HanseARTworks präsentiert. Zur Ausstellungseröffnung kamen über 500 Besucher, um die Arbeiten der insgesamt 28 Fotografen zum Thema „Tradition und Moderne“ anzusehen, die in einem mittelalterlichen Innenhof präsentiert wurden. „Seit der erstmaligen Durchführung beim internationalen Hansetag in Lippstadt, ist HanseARTworks fester und erfolgreicher Bestandteil eines Internationalen Hansetages“, berichtet Josef Wittrock von der Stadt Lippstadt.

In zahlreichen Arbeitsgruppen, darunter die Sitzung des russischen Hansebundes, der Arbeitsgruppe HANSEartWORKS, der Hansegilde, der Präsidiumssitzung der Internationalen Hanse, und besonders in der Sitzung des Hansevereins wurden aktuelle Themen diskutiert und die Weichen für die Zukunft gestellt. Die Stelle eines Geschäftsführers für die Internationale Hanse, so berichtete Jan Lindenau, konnte erstmalig besetzt werden. Zu den Aufgabenschwerpunkten werden insbesondere die Öffentlichkeitsarbeit und die Erweiterung von der EU intensiv geförderten touristischen Angebote der länderübergreifenden „Hanse-Kulturrouten“ gehören.

In der Delegiertenversammlung wurde eine umfangreiche Tagesordnung abgearbeitet. Neben einem Rückblick auf die Hansetage in Rostock, Berichte über EU-Projekte der Hansetage oder die umfangreichen Aktivitäten der russischen Hansestädte wurden auch Personalentscheidungen getroffen. So löste im Vorstand Kampens Bürgermeister Bart Koeleeifn seinen niederländischen Amtskollegen Andris Heydema ab. Aber auch Soests Bürgermeister Dr. Eckhard Ruthemeyer stand für keine weitere Amtszeit im Präsidium der Hanse zur Verfügung. Die Position im Vorstand bleibt aber weiter in den Reihen der westfälischen Hanse. Brilons Bürgermeister Dr. Christoph Bartsch wurde einstimmig gewählt und nutzte gleich die Gelegenheit, für den 40. Internationalen Hansetag zu werben, der vom 4. bis 7. Juni 2020 unter dem Motto HANSE.HEIMAT.HANDGEMACHT. im Sauerland stattfinden wird. Auch in der Hansekommission gab es einen Wechsel. Dort löst Brilon die Stadt Herford ab.

Neben der Aufnahme von Hannover wurde auch der Beitritt der englischen Stadt Great Yarmouth sowie der russischen Stadt Staraja Russa beschlossen. Das Netzwerk der Hanse besteht damit aus 195 Städten aus 16 Ländern.

Auf den Empfängen der Städte Pskow, Neuss, Lübeck und Brilon betonten alle Redner, darunter Generalkonsulin Eltje Aderhold aus St. Petersburg und Dirk Wiese (MdB), Koordinator für die zwischengesellschaftliche Zusammenarbeit mit Russland, Zentralasien und den Ländern der Östlichen Partnerschaft, die Chancen, die sich aus der einzigartigen Stellung der Hanse als größtes Städtenetzwerk der Welt für Europa ergeben. Auf der Abschlussveranstaltung nahm der Briloner Bürgermeister Dr. Christof Bartsch die Hansefahne aus den Händen von Yelena Polonskaya, Bürgermeisterin der Stadt Pskow und Jan Lindenau, entgegen. Damit beginnt für Brilon das letzte Jahr der Vorbereitungen der 40. Internationalen Hansetage, die vom 4. bis 7. Juni 2020 stattfinden werden.

Hier zu sehen sind Eindrücke aus der Stadt Pskov, wo verschiedene Menschen zu den Internationalen Hansetagen befragt wurden.

Zur Info: Jedes Jahr begeht der Städtebund DIE HANSE in einer der 195 Mitgliedsstädte den Internationalen Hansetag. Vom 27. bis 30. Juli 2019 war Pskow in Russland Gastgeber, den nächsten Hansetag richtet die Stadt Brilon aus. Insgesamt waren Vertreter aus 89 Städten und 13 Ländern nach Pskow gereist und ca. 400.000 Besucher haben an den Hansetagen teilgenommen. Eine Bildergalerie zum Hansetag in Pskow wird in Kürze auf www.kultur-in-lippstadt.de veröffentlicht.