Eine Zeitzeugin, wie keine Zweite in Lippstadt

Eine Zeitzeugin, wie keine Zweite in Lippstadt

25. Juni 2021 Aus Von Anna-Sophie Renning

Neuer Schriftenband versammelt Aufsätze von Eva-Maria Dahlkötter

Der neu erschienene Band „Erinnerungen und Zeitgeschichte“ versammelt Aufsätze von der Historikerin Eva-Maria Dahlkötter und behandelt Themen des 19. und 20. Jahrhunderts. Dazu gehören die Jahre des Nationalsozialismus, des Krieges und die frühe Nachkriegszeit, aber auch Einblicke in die DDR.

„Frau Dahlkötter ist eine Zeitzeugin wie keine Zweite in Lippstadt. Sie hat viele Episoden der Lippstäder Geschichte miterlebt“, betont Dr. Wolfgang Maron, Schriftleiter der „Lippstädter Spuren“. Gemeinsam mit Dr. Walter Leimeier, Schriftleiter der „Heimatblätter“ ist er Herausgeber der gesammelten Aufsätze, die Eva-Maria Dahlkötter seit ihrer Pensionierung verfasst hat. Die Aufsätze sind dabei nicht in der Reihenfolge ihres Erscheinens wiedergegeben, sondern nach Sachzusammenhängen geordnet. Eigene Erinnerungen und persönliches Quellmaterial bilden die Basis für die Aufsätze. Im ersten Abschnitt sind Beiträge zum bürgerlichen Alltagsleben in Lippstadt in den 1930er und 1940er -Jahren zusammengestellt, der nächste Abschnitt umfasst Beiträge, in denen Ereignisse aus dem Leben der Autorin, ihrer Eltern sowie der gesamten Familie während der Zeit des Nationalsozialismus, im Krieg und in der frühen Nachkriegszeit geschildert werden. Anschließend gibt es einen Abschnitt über die Geschichte der Goethe-Schule in Dortmund und der evangelischen Töchterschule in Lippstadt. Zum Abschluss widmet sich der Band den Besuchen der Autorin in der DDR.

„Ich bin die Generation, die in Deutschland die meisten Katastrophen und Umbrüche erlebt hat“, erzählt Eva-Maria Dahlkötter. Ihre Publikationstätigkeit begann sie recht spät, nämlich erst nach ihrer Pensionierung als Studiendirektorin im Jahr 1985. Nach ihrer Rückkehr in ihre Heimatstadt forschte sie aber dann intensiv und publizierte regelmäßig. Schwerpunkte ihrer Arbeit waren neben der Schulgeschichte auch die Geschichte der evangelischen Kirche sowie die Lippstädter Stadtgeschichte.

„Es ist schön, wenn man etwas erlebt und später noch Zeit hat, es zu reflektieren“, so Eva-Maria Dahlkötter über ihre Arbeit. Gerade mit ihren Beiträgen, die beispielsweise ihre eigene Wahrnehmung als Jugendliche im Nationalsozialismus schildern, sind ihre Aufsätze auch für junge Leute heutzutage interessant, finden Wolfgang Maron und Walter Leimeier. Die beiden Herausgeber haben im engen Dialog mit Eva-Maria Dahlkötter die Aufsätze für den Band gemeinsam ausgewählt. Darunter befinden sich auch bislang nicht veröffentlichte Aufsätze der Autorin.

Auch über die Publikationen hinaus stellt Eva-Maria Dahlkötter ihr Wissen gerne zur Verfügung, weiß die Leiterin des Stadtarchivs Dr. Claudia Becker: „Ich kann Frau Dahlkötter immer anrufen, wenn ich eine historische Frage habe, beispielsweise zu den Verwandtschaftsverhältnissen wichtiger Lippstädter Familien. Entweder weiß sie sofort die Antwort oder sie meldet sich schnellstmöglich zurück“.

Das Buch „Erinnerungen und Zeitgeschichte“ ist im Verlag Books on Demand erschienen und kann über jede Buchhandlung bezogen werden. Derzeit ist mit einer Lieferzeit von bis zu zwei Wochen zu rechnen. Der Lippstädter Buchhandel hat allerdings einige Exemplare vorrätig.

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