Netzwerktreffen Kulturplanung – Kulturagenda 2018

Netzwerktreffen Kulturplanung – Kulturagenda 2018

5. März 2018 Aus Von Lara Feid

Am Dienstag den 27.02. fand das erste Treffen der Kulturagenda dieses Jahres statt. Knapp 35 Leute aus den unterschiedlichsten Kommunen NRW’s  fanden sich in der Alten Kapelle der Thomas-Valentin-Stadtbücherei ein.

Nach einer kurzen Vorstellungsrunde des Treffens des Netzwerkes Kulturplanung der Kulturagenda Westfalen, stellte sich bereits heraus, dass die Kulturentwicklungsplanung der einzelnen teilnehmenden Kommunen auf unterschiedliche Weisen fortgeschritten und sich teilweise noch mitten im Entwicklungs- und Umsetzungsprozess befinden, wobei bereits Erfolge zu vermerken sind. Doch auch andere Kommunen, die derzeit noch keine KEP umsetzen, wohnten dem Treffen bei.

Den Schwerpunkt des Treffens bildete das Thema Kunst im öffentlichen Raum (nachfolgend KiöF genannt), wobei Kunst im engeren Sinne definiert wurde. Die Moderatorin Dr. Yasmine Freigang, stellte zunächst diverse Leitfragen in den Raum, die sich im Umgang mit der Thematik zu stellen sind; Wie kann KiöR. aktiviert, organisiert sowie zugänglich gemacht werden? Wie wird die Bereitstellung der Kunstwerke verwirklicht, wer entscheidet darüber und wie setzt man die Dokumentation um? Auch die Instandhaltung bildete bei der Fragstellung ein wichtiges Kriterium.

Frau Freigang stellte kurz die ersten Praxiserfahrungen Herfords mit der KEP vor. Durch ein 2015 diskutiertes Projekt, in welchem mithilfe von Kunst Einfahrtstraßen aufgewertet werden sollten, ist der Wunsch nach einem Konzept zum Thema KiöR erwachsen. Yasmine Freigang moderierte zwei Workshops vom Kulturbeirat Herford, welches sich aus einem Gremium aus Politikern Verwaltungsmitarbeitern und Kulturakteuren zusammensetzt. Das Ergebnis war ein Konzept zum Umgang mit KiöR, welches 2016 offiziell abgesegnet wurde. Die erste große Aufgabe war hierbei die Bestandsaufnahme der Kunstwerke, woraus sich wiederum das große Thema der Instandhaltung ergeben hat. Um diese zu gewährleisten, hat sich der Beirat dazu entschlossen eine Kunstkommission, bestehend aus Mitgliedern der Verwaltung, der Politik sowie einem Künstler, zu installieren.

Andreas Kimpel aus Gütersloh berichtete, dass die Städte Gütersloh, Bielefeld und Herford überlegen die Kulturplanung interkommunal zusammenzulegen, mit dem Wunsch nach einer Betreuung mit zentraler Stelle.

Auch Wolfgang Streblow aus dem Fachdienst Kultur und Weiterbildung der Stadt Lippstadt berichtete von den Praxiserfahrungen der Stadt mit der KEP mit dem Schwerpunkt KiöR. So ist diese im Kulturplanungsprozess, dessen grundsätzliche Zuständigkeit dem Schul- und Kulturausschuss zugetragen wurde, als ein strategisches Ziel beschlossen worden. Der Gestaltungsbeirat dient dabei als beratende Instanz, welche zukünftig durch anerkannte Fachpersonen der Bereiche Kunstgeschite und Design, als stimmberechtigte Mitglieder erweitert werden soll. Die Stadt Lippstadt hat es sich hierbei zur Aufgabe gemacht, den öffentlichen Raum zu erfassen und zu katagolisieren um damit eine Möglichkeit einer Bewertung schaffen zu können, da diese Grundlage aktuell noch nicht gegeben sei. Im Zuge dessen wurde das online zugängliche Kulturhandbuch entwickelt, welches den Bestand der KiöR dokumentiert. Die Existenz von ca. 600 Kunstobjekten des öffentlichen Raumes ist mit den dazugehörigen Fotos, sowie den entsprechenden Geodaten in die Datenbank des Kulturhandbuches eingepflegt worden.

Prof. Markus Ambach, Künstler, Kurator und Gründer von MAP  (Markus Ambach Projekte), wohnte ebenfalls dem Netzwerktreffen bei, um diverse Strategien im Umgang mit dem Bestand von KiöR vorzustellen. In einem Vortrag stellte er das Projekt „Der urbane Kongress“ vor, welches im Rahmen vom StadtLabor Köln vom Kulturdezernat in Auftrag gegeben wurde, um Grundlagen für die Neuordnung von Kunst im öffentlichen Raum in Köln zu entwickeln.

Zum Schluss berichtete Yasmine Freigang von der Evaluation der Kulturentwicklungprozesse seit 2012, welche von dem Kulturexperten Dr. Markus Morr aus Marburg unterstützt wurde. Dabei wurden die Ergebnisse von den Kommunen ausgewertet, die die Prozesse so weit durchgeführt haben, sodass sie zu einem politischen Abschluss gekommen sind. Es wurden hierzu unter Anderem Umfragen bei Politikern, Kulturschaffenden und Bürgern durchgeführt. Bei jeder der drei Gruppen stellte sich am Ende heraus, dass zwei Drittel eine Kulturentwicklungsplanung anderen Kommunen weiter empfehlen würden. Zudem wies Frau Freigang darauf hin, dass der Landeskulturbericht NRWs weiterentwickelt werden soll. Dazu bietet das Land NRW, zusammen mit der kulturpolitischen Gesellschaft, am 23. oder 24. April 2018 einen Workshop an. Strategische Instrumente in der Kulturarbeit sollen unter Anderem zu dem Themenfeld gehören. Das Land NRW würde sich über eine Beteiligung der Kommunen am Workshop freuen, um den nächsten Landeskulturbericht zu verbessern.