Kammerkonzert mit dem Vision String Quartet

Kammerkonzert mit dem Vision String Quartet

8. Januar 2019 Aus Von Max Frost

Im Rahmen der Kammerkonzertreihe des Musikvereins gastiert am Sonntag, den 13. Januar, das Vision String Quartet. Auf dem Programm stehen Samuel Barbers „Adagio“ aus dem Streichquartett op. 11, Maurice Ravels F-Dur Quartett sowie das Streichquartett a-Moll op. 132 von Ludwig van Beethoven.

Mit ihrer einzigartigen Wandlungsfähigkeit zwischen klassischem Repertoire, Eigenkompositionen und Arrangements aus Jazz, Pop und Rock, stellen vier Berliner Musiker zurzeit die klassische Konzertwelt auf den Kopf. Jakob Encke und Daniel Stoll (Violine), Sander Stuart (Viola) und Leonard Disselhorst (Cello) haben sich nach ihrem Zusammenschluss 2012 innerhalb kürzester Zeit etablieren können. 2016 gewann es den Felix Mendelssohn Bartholdy Wettbewerb in Berlin sowie alle Sonderpreise. Im Juni desselben Jahres folgte der renommierte Würth-Preis, zu dessen ehemaligen Preisträgern u.a. das Artemis Quartett, Gustavo Dudamel und Claudio Abbado gehören. Im November 2016, nur einen Monat nach ihrer Auszeichnung mit dem Publikumspreis der Festspiele Mecklenburg-Vorpommern erspielte sich das junge Quartett beim internationalen Concours de Génève den 1. Preis sowie erneut alle Sonderpreise. Im August 2018 konzertierte das vision string quartet im Rahmen des Schleswig-Holstein-Musikfestivals im Großen Saal der Elbphilharmonie. Das Jonglieren mit den Konventionen, Provokantes – solche Werke liegen den jungen Musikern besonders. Man kann sich fragen, warum dann klassische Werke der Streichquartett-Literatur das Programm füllen. Doch bei näherer Betrachtung fällt der programmatische Ansatz auf. Für die Zeitgenossen Beethovens und Ravels waren die Werke nämlich durchaus eine Zumutung. Einem Rezensenten kam Beethovens spätes op. 132 doch recht „chinesisch“ vor. Folgenreicher war Ravels Partitur. Er brach so radikal mit den damaligen Konventionen, dass die Juroren des Rom-Preises mit der harmonisch vieldeutig angelegten Musiksprache, den vibrierenden, schillernden Klangeffekten in höchsten Lagen und ständigen Taktwechsel überfordert waren und das eingereichte Werk schon in der Vorrunde aussortierten. Damit war das Thema jedoch noch nicht durch. Der Fall wuchs sich zur handfesten „Affäre Ravel“ aus. Am Ende musste der Konservatoriums-Direktor Dubois dem Nachfolger Gabriel Fauré Platz machen. Was Noten alles auslösen können.

Das Konzert beginnt um 18 Uhr in der Jakobikirche. Es wird von dem Kultursekretariat NRW Gütersloh gefördert. Karten sind bei der Kulturinformation im Rathaus, Tel.: 58511, bei den bekannten Vorverkaufsstellen und an der Abendkasse erhältlich.