Im Stadtmuseum entdeckt

Zucker kaufen wir heute so, wie wir ihn benötigen: Fein gemahlen oder als praktisches Würfelstück. Vor über 100 Jahren musste man sich den Zucker in der benötigten Menge erst abbrechen. Ein Zuckerbrecher war dafür das ideale Utensil.
Zucker kaufen wir heute so, wie wir ihn benötigen: Fein gemahlen oder als praktisches Würfelstück. Vor über 100 Jahren musste man sich den Zucker in der benötigten Menge erst abbrechen. Ein Zuckerbrecher war dafür das ideale Utensil.

Als Erfinder des Würfelzuckers gilt der Schweizer Jacob Christoph Rad (1799–1871). Er war Leiter einer Zuckerfabrik und experimentierte mit verschiedenen Ideen und Prozessen und hatte die Idee, wie man praktische kleine Zuckerstücke herstellen konnte. Er schuf ein Model aus Blechstreifen, das einer heutigen Schale für Eiswürfel ähnelte. Den Zuckerhut ließ er raspeln. Die winzigen Stücke wurden nun leicht angefeuchtet und in den Model gefüllt. Wenn alles getrocknet war, hatte man nun passablen Würfelzucker. Auf diesen Grundüberlegungen vervollkommnete er seine Würfelzuckerpresse.

Der Zuckerbrecher, der im Stadtmuseum zu sehen ist, war um 1920 in Gebrauch. Damals wurde Zucker noch nicht gebrauchsfertig hergestellt, sondern in Form eines Zuckerhuts – einem an der Spitze abgerundeten Kegel aus Zucker – verkauft. Das waren große Stücke Kristallzucker in Kegelform, die nach dem Erkalten der Zuckermasse steinhart waren. Solch ein Zuckerhut kam in Größen bis zu 1,50 m Höhe auf den Markt und war sehr teuer. Wurde Zucker im Haushalt etwa für Kaffee oder Tee benötigt, waren aus diesem Kegel kleinere Stücke herauszulösen. Man bediente sich dazu eines Werkzeugs, das in Gestalt von Zuckerhammer, Zuckerhacke, Zuckerbrecher oder Zuckerzange angeboten wurde. Beim Zerkleinern der harten Masse traten immer wieder mal Verletzungen an den Händen auf. Vielfach wurden die Zuckerbrocken anschließend noch in einer Zuckermühle gemahlen, damit der Zucker besser portioniert werden konnte.

Nach einer überlieferten Geschichte soll Rads Frau Juliane selbst sich verletzt haben, als sie Zuckerstückchen anfertigte und sie deutete an, er solle sich endlich etwas einfallen lassen, was das Bearbeiten des Zuckers für Hausfrauen vereinfache.

Bleiben Sie neugierig!
Wir sehen uns,

Ihr

Rathausstraße 13
59555 Lippstadt
Tel.: 02941 980259
stadtmuseum@stadt-lippstadt.de

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