Ein Stuhl, ein Vorhangschal, ein Mikrofonständer

Ein Stuhl, ein Vorhangschal, ein Mikrofonständer

11. April 2018 Aus Von Lara Feid

Vor der Theatersanierung können sich Theaterfreunde beim Inventarverkauf Erinnerungsstücke sichern.

Ein Stuhl für 20 Euro, ein Sitzhocker aus dem Foyer für den gleichen Preis, ein neun Meter langer silberner Schal für 10 Euro oder zum gleichen Kurs ein Mikrofonstativ – mit dem Verkauf verschiedener Theateruntensilien und Inventar wie Stühlen und Podesten rückt der Beginn der Sanierung des Lippstädter Stadttheaters in greifbare Nähe. Am 26. April senkt sich der letzte Vorhang – kurz darauf fällt dann der Startschuss für die Sanierung. Bevor das Theater seine Pforten jedoch für mindestens eineinhalb Jahre schließt, haben Theaterfans die Möglichkeit, sich ein Stück Erinnerung an Lippstadts „Großes Haus“ zu sichern.

„Auf den Plätzen 606 und 608 haben immer meine Eltern gesessen, wenn ich als Ballettschülerin Aufführungen im Stadttheater hatte. Wäre es möglich, diese Stühle zu erwerben?“ Es sind Anfragen und Geschichten wie diese, die KWL-Geschäftsführerin Carmen Harms davon überzeugt haben, den Lippstädtern und auch den auswärtigen Theaterfreunden die Möglichkeit zu eröffnen, künftig nicht mehr benötigtes Inventar und insbesondere die annähernd 800 Stühle, die im Rahmen der Sanierungsmaßnahme ersetzt werden, zu erwerben. „Es gibt vielfältige Verbindungen zum Theater, emotionale Geschichten und ganz nachhaltige Erinnerungen“, so Carmen Harms.

„Mit dem Erwerb von Stühlen oder Inventar wollen viele Menschen ein Zeichen setzen und ihre Verbundenheit mit dem Theater und der Stadt zum Ausdruck bringen“, hat die KWL-Geschäftsführerin festgestellt. Und so haben auch die Preise, die für die einzelnen Gegenstände aufgerufen werden, eher einen symbolischen Wert. „Es geht definitiv nicht darum, durch den Verkauf große Gewinne zu erzielen“, so Heinrich Horstmann, Fachbereichsleiter Stadtentwicklung und Bauen der Stadt Lippstadt. Letztendlich freue man sich über jedes nicht mehr benötigte Teil, das man in gute Hände abgeben könne und das somit nicht verschrotten werde müsse. Um die Organisation des Inventarverkaufs kümmert sich Friedrich Auffenberg. Der pensionierte Lehrer, der seit vierzig Jahren in Lippstadt lebt und durch verschiedene kulturelle Aktivitäten, u.a. als langjähriger Vorsitzender des Werner-Bohrer-Kreises und Mitglied im Programmbeirat der KWL, eine tiefe Verbundenheit zum Theater verspürt, war sofort zur Stelle, als sich das Thema entwickelte. „Ich habe große Freude an solchen Aufgaben und als Ehrenamtler kann ich auf dieses Weise für eine sinnvolle Entlastung der Projektverantwortlichen sorgen“, ist sich Auffenberg sicher. Wer sich für „ein Stück Theater“ interessiert, hat ab Montag, 9. April 2018, ab 10 Uhr die Möglichkeit, sich die angebotenen Gegenstände mit Beschreibung auf der Internetseite der Stadt Lippstadt anzusehen. Die Kaufwünsche laufen bei Friedrich Auffenberg zusammen, dem der Käufer per E-Mail oder telefonisch bis spätestens 23. April seinen Kaufwunsch übermitteln kann. „Es wird nichts versteigert. Wer zuerst bestellt, bekommt den Zuschlag“, erklärt Friedrich Auffenberg. Die Bestellung ist verbindlich, muss dann aber auch am Samstag, 12. Mai 2018, zwischen 8 und 14 Uhr gegen Barzahlung am Stadttheater abgeholt werden.

Die Beteiligten sind nun gespannt auf den Verlauf des Verkaufs. Ob Laienspielschar, Schützenverein, Privatperson mit persönlicher Erinnerung oder Tüftler – die Bandbreite der möglichen Käufer ist in jedem Fall groß.

http://www.lippstadt.de/kultur/kultur/Inventarverkauf/inventarverkauf.php

 

Kontaktdaten für die Bestellung:

Friedrich Auffenberg

E-Mail: f.auffenberg@icloud.com

Tel: 02941/58304

Mobil: 0171/ 53 68 304