Die Westfälische Hanse – Ausstellung in der Thomas-Valentin-Stadtbücherei

Die Westfälische Hanse – Ausstellung in der Thomas-Valentin-Stadtbücherei

11. Dezember 2019 Aus Von Anne Gorski

17. Dezember 2020, 10 Uhr

Mit 49 größeren und kleineren Städten ist der Westfälische Hansebund der Neuzeit ein starkes Bündnis. Von Ahlen über Lippstadt bis Wipperfürth reihen sich Kultur- und Wirtschaftsstandorte durch das Bundesland, die Westfalen sein Gesicht geben. Die Ausstellung, über die Vergangenheit und Gegenwart eines solchen Bundes stellt die Einzigartigkeiten der Mitglieder vor. Eine einzigartige Ausstellung, die vom 17. Dezember bis 04. Januar 2019 in der Alten Kapelle der Thomas-Valentin-Stadtbücherei Lippstadt bestaunt werden kann.

Eine Ausstellung von Westfalen für Westfalen

Über ein halbes Jahr dauerte es, die Ausstellung fertigzustellen. Die Prämiere konnte im vergangenen Jahr in Brilon gefeiert werden. Doch schon zu Beginn der Konzeption war es das Ziel der Verantwortlichen, diese Ausstellung auf Reisen gehen zu lassen. Westfalen und die Hanse sollten nicht nur in Brilon stattfinden, sondern überall die Bedeutung eines historischen und modernen Wirtschaftsbundes vorstellen.

Dass die Ausstellung für jeden Ort ein Gewinn ist, verdeutlichen allen voran die Exponate. So begrüßt der steinerne Löwe von Wipperfürth aus dem 15. Jahrhundert die Besucher nicht nur auf dem Marktplatz der Stadt. Die Frage, wie viele Ohren denn die Hasen in Paderborn eigentlich haben, bleibt nicht unbeantwortet. Und die zwei mittelalterlichen Kanonenkugeln aus Fürstenau beweisen dem Betrachter, dass Westfalen nicht immer das friedliche Fleckchen Heimat war, als das wir es heute kennen.

Alle diese Beispiele der Stadtgeschichten sind unterschiedlich, aber doch auf gewisse Weise miteinander verbunden. Denn die Wege, die wir heute noch begehen, gab es damals auch schon.

Hanse, Handel und Kulturtransfer

Hellweg, Salzpfad oder Heidenstraße. Das sind nur einige Namen von Routen, auf denen der Westfälische Handel stattfand. Im Mittelalter zur Zeit der Hanse waren diese Verbindungen die Lebensadern der Wirtschaft. Große Umschlagplätze mit weitreichenden Handelsverbindungen gab es genug. Um die Vierstädte Dortmund, Münster, Osnabrück und Soest reihten sich die größeren Prinzipal- oder kleineren Beistädte. Diese bedienten den westfälischen Binnenhandel und waren durch ihre rege Handelstätigkeit mit der jeweiligen Vierstadt Teil der großen Hanse im Mittelalter.

Ihr funktionalistischer Charakter war das Fundament der Interaktion. Gewinn, Profit und Kostenreduktion waren die Schlagwörter der Hanse, ihre höchsten Ziele und ihre einzigen Bestimmungen. Dafür nahmen die Händler große Mühen auf sich. Sie lernten Fremdsprachen, reisten auf hunderten Kilometern gefährlicher Straßen und scheuten auch die klimatischen Widrigkeiten nicht.

Wer nun jedoch behauptet, die Hanse besaß keine Bedeutung über die Ökonomie hinaus, der irrt. Kaufmänner, Buckelkrämer und andere Vertreter der Hanse gehörten zu den ersten Botschaftern Westfalens. Der Handel mit Partnern stellte einen bedeutsamen Kulturtransfer her. Über Grenzen hinweg gelangten die Westfalen manchmal direkt in den „Orient“, weit entfernte Länder, die zuvor vollkommen unbekannt waren. Der Austausch mit dem gemeinsamen Ziel des Handels sorgte für einen oftmals friedlichen Kontakt. Was wir heute als europäische Interessensgrundlage verstehen, wurde schon durch die Hanse vor über 600 Jahre praktiziert.

Die Ausstellung, die von der Hansegesellschaft Lippstadt e.V. in Zusammenarbeit mit dem Fachdienst Kultur und Weiterbildung der Stadt Lippstadt organisiert wurde, wird am Dienstag, den 17.12.2019 um 10:00 Uhr vom 1. stellvertretenden Bürgermeister Franz Gausemeier und vom 1. Vorsitzenden der Hansegesellschaft Lippstadt e.V. Mathias Marx eröffnet.

Geöffnet hat die Stadtbücherei Montag, Dienstag, Donnerstag und Freitag von 10 Uhr bis 18 Uhr und samstags von 10 Uhr bis 13 Uhr. Mittwochs und sonntags ist die Bücherei geschlossen.