„demokratie leben“ – Landeszentrale vor Ort: Mo Asumang liest aus ihrem Buch

„demokratie leben“ – Landeszentrale vor Ort: Mo Asumang liest aus ihrem Buch

30. Mai 2017 Aus Von Josef Wittrock

Mo und die Arier – Allein unter Rassisten und Neonazis – Donnerstag, 06.07.2017 – 19 Uhr in der Thomas-Valentin-Stadtbücherei (in Kooperation mit der VHS Lippstadt)

 

Zu den Aufgaben der Landeszentrale für politische Bildung Nordrhein-Westfalen gehört es, die Bürgerinnen und Bürger für demokratisches Engagement in Staat und Gesellschaft zu gewinnen. Dabei kommt der Präsenz vor Ort mit Veranstaltungen und Begegnungen eine besondere Bedeutung zu. In Kooperation mit dem Verband der Bibliotheken des Landes Nordrhein-Westfalen e. V. (vbnw) führt die Landeszentrale unter dem Motto „Politische Bildung vor Ort: Es liest …“ Lesungen in den fünf Regierungsbezirken von Nordrhein-Westfalen durch. Sie gehen in Schulen oder in Bibliotheken, um vor Ort zu lesen und gemeinsam mit den Zuhörern über den Buchinhalt und den sich daraus ergebenden Fragen zu diskutieren.

Mo Asumang wurde 1963 in Kassel geboren. Ihre Mutter ist Deutsche, ihr Vater kommt aus Ghana. Sie wurde von ihrer Großmutter mütterlicherseits großgezogen, die, wie sie nach deren Tod erfuhr, während der Zeit des Nationalsozialismus als Schreibkraft für die SS gearbeitet hatte. Mo Asumang ist Autorin, Moderatorin, Schauspielerin und Regisseurin. Seit fünfzehn Jahren widmet sie sich dem Thema Rassismus. Auslöser dafür war eine Morddrohung der Neonaziband „White Aryan Rebels“, die in einem Lied sangen: „Die Kugel ist für dich, Mo Asumang“. Dieser Schock inspirierte sie, Rassismus mutig von einer neuen Perspektive anzugehen. Seitdem trifft sie sich „face to face“ mit Rassisten.

In ihrem Buch „Mo und die Arier – Allein unter Rassisten und Neonazis“ berichtet Mo Asumang von ihrem spektakulären, sehr persönlichen Experiment, als Afrodeutsche die offene Konfrontation mit rechten Hasspredigern zu suchen und sich ihnen entgegenzustellen – etwa unter 3.000 Neonazis auf dem Alexanderplatz in Berlin oder bei einem bekannten Anwalt der rechten Szene. Mit ihren Fragen entlarvt sie die Rassisten. Sie will wissen, wie sie ticken. Sie trifft weltweit Rassisten, Neonazis, Pegida-Mitläufer, Angehörige des Ku-Klux-Klan und chattet sogar auf Nazi-Dating-Plattformen. Und sie reist sogar zu den „echten“ Ariern in den Iran. Sie beschreibt, wie sich Rassismus auf der eigenen Haut anfühlt. Ihr Ziel ist es, den Kreislauf von Wut, Hass und Gewalt zu unterbrechen.

Mo Asumang zeichnet ein bestürzendes Bild der rechten Szene. Zugleich gibt sie ein Mut machendes und mitreißendes Beispiel dafür, wie man die eigene Angst überwinden und sich zur Wehr setzen kann.

„Ich wollte zeigen, dass sogar ich als Afrodeutsche eine Verknüpfung in die Nazizeit habe. Für mich beinhaltet das einen Auftrag: Etwas gegen Rassismus zu tun – nicht nur wegen meiner Hautfarbe, sondern auch, weil ich Deutsche bin.“ (Mo Asumang)

 

Eine kostenfreie Kartenreservierung ist aus organisatorischen Gründen unbedingt erforderlich!

Thomas-Valentin-Stadtbücherei

Fleischhauerstraße 2

59555 Lippstadt

Tel.: 02941/ 980 – 240

Mail: stadtbuecherei@stadt-lippstadt.de