Das neue Wir. Warum Migration dazugehört.

Das neue Wir. Warum Migration dazugehört.

2. September 2020 Aus Von Anna-Sophie Renning

Am Donnerstag, 10. September wird der Prof. Dr. Jan Plamper eine andereSichtweise zum Thema Migration in der VHS Lippstadt, Barthstr. 2, um 19:00 Uhr vorstellen. Migration ist das Normalste der Welt, Nation kein Schimpfwort. Der Historiker erzählt die deutsche Geschichte seit 1945 radikal anders: Aus- und Einwanderung gehören zur DNA unserer Republik. Das tut vor allem eines in der aufgeheizten Migrationsdebatte – es enthysterisiert. In einem ganz eigenen, mitreißenden Sound lässt der Referent die Erfahrungen der Menschen, die nach Deutschland kamen, zu einem Teil unserer gemeinsamen Geschichte werden. Sie alle gehören dazu: die schlesischen Vertriebenen, die Gastarbeiter aus Italien und der Türkei, die DDR Vertragsarbeiter aus Mosambik und Vietnam, die Aussiedler aus der Sowjetunion und all jene, die aus guten Gründen Asyl erhalten. Hier kommen die Menschen selbst zu Wort, die Dazugekommenen und jene, die schon länger da sind. Zusammen sind sie, sind wir das neue Wir. Am Ende entfaltet der Historiker eine konkrete Vision davon, wie wir Deutschland neu denken, zu einem neuen Wir-Gefühl kommen können. Denn es wird klar: Die Geschichte der Einwanderung nach Deutschland ist eine erstaunliche Erfolgsgeschichte. Wider die Aufgeregtheit macht die historische Perspektive Mut – für die Gegenwart und für die Zukunft.

Referent: Prof. Dr. Jan Plamper ist deutscher Historiker und seit 2012 Professor für Geschichte am Goldsmiths College der University of London. Seine Forschungsgebiete sind u.a. Osteuropäische Geschichte, Emotionsgeschichte, Sinnesgeschichte und Migrationsgeschichte.

Jan Plamper (21.12.2016, Berlin)