Im Stadtmuseum entdeckt

Die Feuerordnung im Stadtmuseum

Im Mittelalter entstanden die ersten Feuerordnungen, ausgelöst durch viele Stadtbrände. Sie wurden ein Bestandteil der allgemeinen städtischen Ordnungen und verbreiteten sich vermehrt im 17. Jahrhundert.

So gibt es in der historischen Museumsküche eine Feuerordnung vom 9. Oktober 1775:

Lippstadt am Rathhause / den 9ten October 1775. – Ist eine neue Feuerordnung in Vorschlag gebracht und von sämtlichen Herren Häuptern genemiget worden.

I: Es sol von Stund an kein Stroh in denen Häusern geduldet werden, darin die Schornsteine oder Ofenpfeifen auf den Boden, und nicht zum Dach hinaus gehen.

II. Die Schornsteine sollen alle Winter wenigstens zwey mal und die Ofenpfeiffen wöchentlich gereinigt werden. Wer bey Visitationen hierin nachläßig befunden, sol mit 2 bis 10 Rthlr. bestrafet werden.

III. So bald Feuersgefahr oder auch nur die geringste Vermutung davon vermerket wird, ist der Hauswirth schuldig Lerm zu machen, und Hülfe zu rufen. Wer dieses gethan, wird dem Befinden nach mit aller Strafe verschonet, dahingegen die Verheimlichung der Feuersgefahr mit der nachdrüklichsten Geld und Leibesstrafe beleget werden sol.

IV. Enstehet würklich Feuersbrunst; so sind diejenigen denen Feuereimer anvertrauet sind, verbunden, sogleich mit gefüllten Eimer nach dem Brande zu eilen, und so viel thunlich zu löschen, durch diese geschwinde Löschung kan oft ein grosses Feuer vermieden werden. Der später als die Sprüzze kommende, wird mit 5 Rthlr. und der ausbleibende mit 10 Rthlr. bestrafet.

V. Die bey den Sprüzzen bestelte Feuerherren eilen ebenfals ungesäumt nach dem Brande, und überlegen unter einander, …

Bleiben Sie neugierig!
Wir sehen uns,

Ihr

Rathausstraße 13
59555 Lippstadt
Tel.: 02941 980259
stadtmuseum@stadt-lippstadt.de

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