Was verbindet Westfalen und das Baltikum?

Baltikum SymposiumSymposium in Lippstadt geht westfälischen Wurzeln in der Entwicklung des Baltikums nach.

Lippstadt. Unter dem Titel „Die Westfälischen Wurzeln der gesellschaftlichen und staatlichen Entwicklung des Baltikums – Spuren und Verknüpfungen“ findet am Samstag, 4. Juni 2016, ein eintägiges Symposium in Lippstadt statt. Die Hansegesellschaft Lippstadt und der Fachdienst Kultur und Weiterbildung der Stadt Lippstadt, die das Symposium unter Mitwirkung des Heimatbundes Lippstadt durchführen, freuen sich dabei auf verschiedene Experten, die sich in ihren Beiträgen mit dem Thema auseinandersetzen werden.

In der Geschichte des Baltikums haben neben Lippstadts Stadtgründer Bernhard II. zur Lippe auch drei Landmeister des livländischen Teils des Deutschritterordens, die ebenfalls im Umkreis von Lippstadt gebürtig waren, eine wesentliche Rolle gespielt: Heinrich von Bökenförde, Wolter von Plettenberg und Gotthard von Kettler haben im baltischen Raum durch ihr politisches Handeln Spuren hinterlassen, die noch heute erkennbar sind.

Während Heinrich von Bökenförde im 15. Jahrhundert interne Konflikte Livlands (heutiges Gebiet von Estland und Lettland) sowie Auseinandersetzungen mit den litauischen Nachbarn beilegen konnte, bestand Wolter von Plettenbergs Verdienst unter anderem darin, dass er den durch die Reformation ausgelösten Übergang des Ordensstaates zum Protestantismus auf friedliche Weise moderierte. Gotthard von Kettler begründete die kettlersche Herzogsdynastie, die bis ins 18. Jahrhundert in Kurland (Teil des heutigen Lettlands) Bestand hatte. Unter seinen Nachfolgern entstand ein zwar kleiner Staat, der sich aber lange gegen die umliegenden Großmächte (Russland, Sachsen-Polen und Schweden) behaupten konnte.

Während des eintägigen Symposiums soll den verschiedenen Entwicklungslinien nachgegangen werden, eine historisch-wissenschaftliche Erörterung erfolgen und diese durch wesentliche Aspekte der westfälischen Einflüsse in den baltischen Stadtgesellschaften und dem Kulturleben ergänzt werden. Als Referent wird unter anderem Dr. Manfred von Boetticher, Archivar des Verbandes der Baltischen Ritterschaften und ehemaliger Leiter des Hauptstaatsarchives Hannover, die Rolle des westfälischen Adels bei Aufbau und Abwicklung des altlivländischen Staatensystems beleuchten. Friedhelm Arnoldt wird als Mitglied der Hansegesellschaft und des Heimatbundes Lippstadt die Dynastie Kettler und das Herzogtum Kurland in den Mittelpunkt seines Vortrags stellen. Und während Stadtarchivarin Dr. Claudia Becker und Oberstudienrat Herrmann Grossevollmer sich mit Lippstadts Stadtgründer Bernhard II. zur Lippe und seinem Verhältnis zu Livland befassen und sich damit ins 13. Jahrhundert begeben, wird Detlef Henning, wissenschaftlicher Mitarbeiter im Nordost-Institut Lüneburg, aktueller, indem er in seinem Beitrag „Westfalen im Baltikum – Balten in Westfalen – eine Beziehungsgeschichte“ die letzten 200 Jahre in den Blick nimmt. Darüber hinaus wird die lettische Historikerin Ruta Brusbarde die Rolle westfälischer Handwerker und Patrizier im Rigaer Rat des 15. Jahrhunderts beleuchten.

Eingeleitet wird dieser Kranz unterschiedlicher Entwicklungen der baltischen Geschichte von einem Blick in die historische Kartographie des Baltikums, den der Archivar Hans-Martin Arnoldt präsentiert.

Tagungsort ist die Kapelle der Thomas-Valentin-Stadtbücherei. Der Tagungsbeitrag beträgt 10 Euro. Anmeldungen zum Symposium sind noch bis zum 24.5.2016 per Fax, E-Mail oder Telefon möglich an:

Stadt Lippstadt, Fachdienst Kultur und Weiterbildung, Tel: 02941-980-282, Fax: 02941-980-274, E-Mail: Kultur@Stadt-Lippstadt.de.

Weitere Informationen und ein Anmeldeformular sind auf der Seite http://baltikumsymposium.kultur-in-lippstadt.de/ zu finden.

Pressekontakt: Frau Scharte, Pressestelle, pressestelle@stadt-lippstadt.de,Tel: 02941/980-313

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Time limit is exhausted. Please reload CAPTCHA.