Luther-Fenster wird zu Lüpertz-Fenster

Mit der Ansprache Markus Lüpertz wurde am 12. November 2017 in der Marienkirche in Lippstadt der Festgottesdienst zur Vorstellung der neuen Kirchenfenster eröffnet. 45 Jahre lang fristeten sie ein Schattendasein in einer Glasvitrine in der lippstädter Marienkirche: die Reste des ehemaligen Luther-Glasfensters aus dem Jahre 1883 zu seinem 400. Geburtstag. Ab heute ist das Fenster wieder an seiner ursprünglichen Stelle, ergänzt und bereichert von Markus Lüpertz, und noch dazu kommt das zweite Fenster, das Reformationsfenster.
Lüpertz kam die Idee das Fenster wieder in einer modernen Art und Weise angelehnt an das Reformationsjubiläum neu zu präsentieren und dementsprechend aufzuarbeiten. Als Maler, Grafiker und Bildhauer zählt er zu den bekanntesten deutschen Künstlern der Gegenwart im In- und Ausland und es ist eine große Ehre, das die Stadt Lippstadt mit einem solch großen Künstler zusammenarbeiten durfte.
Am 24.11.2015 fasste das Presbyterium den Beschluss, dass nicht nur das Luther-Fenster, welches vom Förderverein finanziert werden sollte, sondern auch das ehemalige Melanchthon-Fenster – allerdings als neuzeitliches Reformationsfenster – erstellt werden sollte. Es kam zur Kontaktaufnahme mit Professor Lüpertz und zu einem Besuch von ihm in Lippstadt Anfang Juli 2016. In dem inzwischen gebildeten Arbeitskreis einigte man sich schnell mit ihm. Die Vorstellung der Fensterentwürfe durch Professor Lüpertz in Lippstadt erfolgte am 1. April 2017. Das Presbyterium stimmte dem Vorhaben zu. Im Juni 2017 wurde der Auftrag an die Firma Derix und an Professor Lüpertz vergeben.

Das Lutherfenster und das rechts davon befindliche Melanchthon-Fenster aus der Zeit des Historismus wurden nach der 1972 abgeschlossenen Renovierung der Marienkirche teilweise bzw. völlig zerstört, weil man nach dem damaligen Zeitgeist weder mit dieser Kunst, noch mit den dargestellten Personen etwas anfangen konnte. Aus Ehrfurcht vor Martin Luther rettete man allerdings den Kopf und das dazugehörige Schriftfeld. Die beiden Glaskunstfenster von Markus Lüpertz in der Marienkirche sind ein Magnet für Lippstadt und darüber hinaus. An der Planung und Erstellung waren sowohl Protestanten als auch Katholiken beteiligt. Das Ergebnis ist also ein echtes ökumenisches Gemeinschaftswerk! Die evangelische Große Marienkirche hat bis heute ihren katholischen Namen behalten. Sie ist heute nicht nur eine geöffnete, sondern auch eine offene Kirche, eine Kirche für alle Konfessionen. Am heutigen Gottesdienst sind sowohl Protestanten als auch Katholiken beteiligt. „Das Reformationsjubiläum setzt keinen Endpunkt, sondern einen Doppelpunkt. Nach der Kirchentrennung muss nun die Vereinigung kommen“, sagt der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Kardinal Reinhard Marx, aus Geseke.

 

 

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