Pilotkommune im Rahmen der Kulturangenda Westfalen

Aussage zum Prozess der Kulturentwicklungsplanung bis heute

Am 03.07.2012 bewarb sich die Stadt Lippstadt zur Teilnahme als Pilotkommune an der Kulturagenda Westfalen des Landschaftsverbandes Westfalen Lippe (LWL) und wurde als eine von acht Kommunen bzw. Kommunalverbänden als Pilotkommune ausgewählt. Der Prozess wurde im Rahmen der Kulturagenda Westfalen vom Kulturberater Reinhart Richter, „Richter Beratung“ Osnabrück begleitet.

Für den Kulturentwicklungsprozess wurde ein Zeitrahmen von 4 – 6 Monaten vorgesehen und fünf öffentliche Konferenzen angesetzt:

23.01.2013 „Gesellschaftlichen Entwicklungstrends“. Gemeinsame Sitzung von Kulturausschuss und Stadtentwicklungsausschuss Protokoll

16.02.2013„Analyse der Stärken und Schwächen, Chancen und Risiken des Lippstädter Kulturlebens“ Protokoll

27.04.2013 „Visionskonferenz“ Was sollen wir für die Kulturentwicklung in Lippstadt erreichen?“ (Impulsreferat Rita Fust Impulsreferat_Udo_Tschorn Impulsreferat_von_Herrn_Dr _Peter_Knop Impulsreferat_Werner_Kalthoff Impulsreferat_Wolfgang_Streblow Impulsreferat Studentin) Protokoll Visionskonferenz

05.06.13 „Von der Vision zur Idee.“ Was sind die Ziele, mit denen wir unsere Vision verwirklichen wollen. Woran merken wir, dass wir die Ziele erreichen?“ (Protokoll)

22.06.13 „Von der Idee zur Wirklichkeit.“ Wie wollen wir unsere Kulturziele erreichen – Strukturen, Organisation, Maßnahmen, Projekte? Auftrag an die Stadtverwaltung: Konkrete Umsetzung und Finanzierung vorbereiten und dem Rat zur Entscheidung vorlegen.“ Protokoll und Ausformulierte Aufträge an die Verwaltung

An den Konferenzen nahmen jeweils zwischen 60 – 80 Lippstädter teil, darunter Vertreter des Rates und der Ausschüsse, der Träger kommunal geförderter Kultureinrichtungen, der freien Kulturszene, Vertreter sozialer Einrichtungen, Vereine und interessierte Bürger.

Das Kulturentwicklungskonzept soll danach unter Zuhilfenahme externer Kompetenz zum Erhalt der kulturellen Vielfalt und einem eigenen authentischen kulturellen Profil der Stadt führen, das geeignete Rahmenbedingungen mit „Leuchttürmen“ und „Nischen“ schafft, die sich frei und selbstständig entwickeln. Kulturelle Bildung, Kinder- und Jugendtheater, Kinderkonzerte und die Kulturpädagogik sollten einen hohen Stellenwert in allen Kultureinrichtungen und den Schulen bekommen.

Kulturpolitik, so das Ergebnis der Beratungen, soll sich nicht nur mit Kunst auseinandersetzen, sondern muss die Vielfalt der Breiten- Soziokultur, Ortsteilkultur, die kulturelle Bildung sowie die Baukultur und den Denkmalschutz einbeziehen.

Dabei wird die Offenheit für Neues und die Bewahrung des „eigenen Kostbaren“ eingefordert. Die Verwaltung wird aufgefordert Kernstadt und Ortsteile als gleichberechtigte Kulturorte zu behandeln. Von der Kulturpolitik wird erwartet, dass verlässliche Handlungs- und Gestaltungsspielräume geschaffen werden, die weder von der Politik noch von der Verwaltung inszeniert und instrumentalisiert werden. Eine multikulturelle Politik soll benachteiligungslos und mit dem Ziel der Chancengleichheit für alle Mitglieder der Gesellschaft ohne Ansehen auf soziale Herkunft, ethnische Zugehörigkeit, Religion, Kultur und Geschlecht gemacht werden. Die Verwaltung ist zu beauftragen, ein flächendeckendes Kultur-Angebot vorzuhalten, Hemmschwellen abzubauen, eine Chancengleichheit aller Mitglieder der Gesellschaft anzustreben und dies möglichst schon direkt in den Schulen und Kindergärten zu beginnen. Lippstadt soll mit eigener Identität aus sich selbst heraus, auch im Sinne von Lebens- und Standortqualität, ausstrahlen und vernetzt mit den Nachbargemeinden, dem Kreis, den Regionen und dem Land betrachtet werden. Damit werden überregional ausstrahlende Kulturprofile geschaffen, die auch ein Kulturangebot für Touristen beinhalten. Am 27.04.2013 wurde dazu in der Visionskonferenz zur Kulturentwicklungsplanung von allen Teilnehmern die „Kulturvisionen für Lippstadt“ einstimmig verabschiedet.