Im Stadtmuseum entdeckt

Der Hochzeitsbitterhut

aus der Gegend von Delbrück ist ein besonders auffälliges Ausstellungstück. Es kommt aus der Zeit um 1935 und erinnert an eine schöne Sitte. Hochzeitsbitter auch Hochzeitslader oder in Westfalen auch Gassenbitter genannt, sind Personen, die bei der Vorbereitung zur Hochzeit die Rolle des Einladers übernehmen.

Häufig werden die persönlich und mündlich vorgebrachten Einladungen an die Gäste in althergebrachter Spruchform aufgesagt.

Im Stadtmuseum ist dieser Spruch erhalten:

Goun Dag int Hus!
Här un Frau,
Söuhne un Döchter,
Knechte un Mägde,
afsunertik der ganze Husgesind:
ek sat enk frändlik iffiterren
taum Kopulatiaunsfäst
vom N.N. as Brüdigam
un N.N. as Brut
tau Koffai, Boutter un Stuten.
Un wä Ries well iätten
draf den Läppel nit vergiatten.

Äin oder twäi Dutz Musekanten,
dat jung un aolt könnt tesamen danzen.
Beer un Brandewin,
dat sall Anfank un Enne sin.
Ossen un Swine sind geschlacht
un alles opt finste angebracht.
Doch Messer un Gaffeln nit vergiätten,
süss könnt it Fläisch met de Finger iätten.

Det Aowends giet’t’n kallen Drunk
un daobi äinen lustigen Sprunk.
De Musekanten spiellt met Hüören un Fleit’n,
dann kann jeder danzen met sinne Grait’n.
Nu makt ink fin, aower net te fin,
Brut un Brüdigam welt geern de finsten sin.

Bleiben Sie neugierig!
Wir sehen uns,

Ihr

Rathausstraße 13
59555 Lippstadt
Tel.: 02941 980259
stadtmuseum@stadt-lippstadt.de

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