Im Stadtmuseum entdeckt

Im Stadtmuseum entdeckt

Oktober 21, 2016 Aus Von Josef Wittrock
Klopfbrett zur Bearbeitung des mit Buchenaschelauge überbrühten Leinens vor dem Auswaschen. Rechteckiges Holzbrett mit Stiel, an der Stielseite ist es 3,5 cm breit und wird zur gegenüberliegenden Seite schmaler. Keine farbige Fassung. Auf der Schauseite das Monogramm ABP und die Jahreszahl 1865 eingeritzt, darunter sparsames florales Ornament.

Klopfbrett zur Bearbeitung des mit Buchenaschelauge überbrühten Leinens vor dem Auswaschen.
Rechteckiges Holzbrett mit Stiel, an der Stielseite ist es 3,5 cm breit und wird zur gegenüberliegenden Seite schmaler.

Auf der Schauseite das Monogramm ABP und die Jahreszahl 1865 eingeritzt, darunter sparsames florales Ornament.

Auf der Schauseite ist das Monogramm ABP und die Jahreszahl 1865 eingeritzt, darunter sparsames florales Ornament. – Keine farbige Fassung.

Das Klopfbrett oder auch Bleuel ist ein Schlagholz (Schlägel) zum Wäschewaschen. Es wurde bis zur Erfindung der Waschmaschine verwendet.
Der Wäschebleuel besteht aus einem einfachen Holzbrett mit einer flachen, breiten Schlagfläche und einem Handgriff. Aufwändigere Schlägel wurden durch Schnitzereien verschönert.
Das Wort Bleuel kommt von althochdeutschen plûwil oder bliuwil über mittelhochdeutsch bliuwel, bzw. als Verb bläuen, was „Klopfen“ oder „Schlagen“ bedeutet. Bis heute hat sich das Wort in den Ausdrücken „einbläuen“ und „verbläuen“ erhalten. Der Pleuel (Stange zur Kraftübertragung bei Maschinen) ist etymologisch vom Bleuel abgeleitet. Die Verbindung mag sowohl in der „Rührbewegung“ des Pleuels liegen als auch möglicherweise in der sich zum großen Pleuelauge hin verbreiternden Form der Pleuelstange.
Mit dem Bleuel wurde die Wäsche ausgeschlagen, um auf diese Weise Schmutz zu entfernen. Die mit Wasser eingeweichte und mit Seife behandelte Wäsche wurde dazu auf eine harte Unterlage (Stein oder Holzplatte) gelegt. Durch das Schlagen wurde der Schmutz von den Fasern gelöst und mitsamt dem Laugenwasser aus dem Gewebe gepresst.
Mit langstieligeren Bleueln wurde auch die Wäsche im Zuber umgerührt und herausgefischt. Auch taucht das Wäscheklopfbrett in Wappen auf. Die Gemeinde Nauheim/Hessen führt ein Wäschebleuel im Wappen sowie die Gemeinde Wäschenbeuren.

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