Im Stadtmuseum entdeckt

Irdenkrug "Sonnenkrug mit Henkeln"; Marburger Ware
Irdenkrug „Sonnenkrug mit Henkel“; Marburger Ware

Die in Hessen bis ins 19. Jh. nahezu flächendeckende Verbreitung des Töpferhandwerks wird durch zahlreiche qualitätvolle Erzeugnisse aus den bedeutendsten Töpferorten und Töpfereien dokumentiert in privaten Sammlungen, Museen und vielen veröffentlichen Werken.

Die Marburger Irdenware, die auch als „Marburger Aufgelegte Ware“ bezeichnet wird, bildete ab Mitte des 19. Jh.  mit ca. 60 Töpferwerkstätten einen wichtigen Wirtschaftsfaktor in der Universitätsstadt.

Marburger Töpfer begannen spätestens Anf. d. 19. Jh. einen Großteil ihrer glasierten, bisher nur mit Schlickermalerei versehene Irdenware, mit farbigen Reliefauflagen zu versehen. Die genaue Herkunft dieser Methode ist unklar. Möglicherweise hat ein Marburger Töpfer Erzeugnisse anderer Produktionsstätten aus Westerwald und Kassel  kombiniert und so die typische Marburger Irdenware des 19. Jh. entwickelt. Durch die Umstellung mit der besonderen Zierform gelang es rasch, neue Absatzmärkte zu erschließen. Das Töpferhandwerk blühte auf. Im 19. Jh. war Marburger Keramik so weit verbreitet, dass sich die Bezeichnung „Marburger Ware“ als Gattungsbegriff für sämtliche, in dieser Art dekorierte Irdenware durchsetzte. Sie fand Absatz in ganz Europa.

Henkelkrug; auf der Wandlung reliefierte Sonne mit Gesicht und feinen Strahlen; grüne Glasur
auf der Wandlung reliefierte Sonne mit Gesicht und feinen Strahlen; grüne Glasur

Der wirtschaftliche Erfolg dauerte von ca. 1770 bis ca. 1860. Danach verloren die Auflagen und damit auch die Gefäße an künstlerischer Qualität. Der Absatz von Marburger Ware sank nicht zuletzt auf Grund der Konkurrenz durch Steingutfabriken und der steigenden Beliebtheit billigen Emaillegeschirrs. Nun produziert im Jahr 2001 nur noch eine Töpferei. Sie fertigt bis heute Keramik, deren Formen und Verzierungen sich eng an die alten Vorlagen anlehnen.

 

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