Im Stadtmuseum entdeckt

Salz ist eines der ältesten „Lebensmittel“ der Menschheit. Archäologische Funde belegen, dass es seit etwa 10.000 v. Chr. regelmäßig verwendet wird. Wo Menschen Salz und Wasser vorfanden, ließen sie sich nieder, wurden sesshaft, gründeten Siedlungen. Früh entdeckten die Menschen, dass Salz nicht nur den Speisen die Würze gibt, sondern auch konservierende Eigenschaften besitzt. Deshalb ist Salz seit jeher ein bedeutendes Handelsprodukt, das auch über weite Strecken transportiert wurde. Zur Zeit der Römer entstanden für den Handel mit dem „weißen Gold“ die ersten Handelswege, sog. Salzstraßen. Im Mittelalter entstanden auch in Deutschland solche Transportwege. Der Hellweg ist ebenfalls eine ehemalige Salzstraße. Schon im Vorfeld der Industrialisierung wurde die Salzproduktion immer weiter gesteigert. Gleichzeitig wurde auch der Handel immer mehr professionalisiert und die festgelegten Handelsrouten mussten strikt eingehalten werden. Denn Salzsteuern, Wegezölle und Handelsrechte, sog. Niederlagsrechte, brachten Städten und Landesfürsten schließlich mehr Einnahmen als das Salz selbst. Unser deutscher Begriff „Salz“ hat sich aus dem lat. Wort „Salarium“ entwickelt. Dieses wiederum stammt von „Salus“ ab, dem Namen für die römische Gottheit der Weisheit, die für das allgemeine Wachsen und Gedeihen verantwortlich war. Die römischen Beamten und Soldaten bekamen für ihre Reisen eine Ration Salz, genannt „salarium“. Im Deutschen verwenden wir manchmal noch den etwas altertümlichen Begriff „Salär“, was so viel wie Lohn oder Gehalt bedeutet.

Der Salzkasten hing immer in der Nähe des Feuers. So blieb das Salz trocken und die Hausfrau hatte es schnell zur Hand. So findet der Besucher diesen schönen Holz-Salzkasten auch in der Museumsküche, links neben dem Kamin.
Der Salzkasten hing immer in der Nähe des Feuers. So blieb das Salz trocken und die Hausfrau hatte es schnell zur Hand. So findet der Besucher diesen schönen Holz-Salzkasten auch in der Museumsküche, links neben dem Kamin.

Die Geschichte der Salzgewinnung lässt sich bis weit in die früheste Menschheitsgeschichte zurückverfolgen. Wahrscheinlich gewannen die Menschen das erste Salz aus Meerwasser, durch natürliche Verdunstung. Erste ausgefeiltere Methoden der Salzgewinnung lassen sich nicht nur bei den Römern nachweisen. Die ersten Menschen, die Salz im „größeren Stil“ aus Natursole gewannen, waren die Kelten. Diese fingen bereits einige Jahrhunderte vor Christus das salzhaltige Wasser aus den Solequellen in Wannen auf und ließen es in dickwandigen Tonkrügen auf einer groß angelegten Feuerstelle eindampfen. Den ersten großen Schritt in der Salzgewinnung aus Sole machten die Menschen im Mittelalter, indem sie sich nicht nur auf die natürlichen Solequellen beschränkten, sondern selbst Sole aus den Bergen gewannen. Dazu schufen sie Hohlräume im Salzgestein, leiteten dort Wasser ein und lösten so das Salz aus dem Fels. Dieses wurde in Sudhäusern über Tage gesiedet. In sog. „Pfannen“ wurde das Salzwasser so lange erhitzt, bis nur noch ein Salzbrei übrig blieb, der dann getrocknet wurde. Diese Pfannentechnik behielt man in den Salinen bis Mitte des 20. Jh. bei, sie erklärt auch den Ursprung der Bezeichnung „Kochsalz“. Damals wie heute wird Siedesalz aus Sole gewonnen. Heute werden dazu aber keine Pfannen mehr eingesetzt, sondern geschlossene Verdampferanlagen. Dabei verdampft das Wasser und das Salz kristallisiert heraus. In einer Zentrifuge wird das restliche Wasser vom Salz getrennt und anschließend mittels Heißluft getrocknet. Das getrocknete Salz ist Speisesalz von höchster Reinheit.

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