Im Stadtmuseum entdeckt

Münzbecher Johann Diedrich Danckelmann, Lippstadt, um 1720-30, Silber, getrieben, graviert, sieben Münzen eingelassen
Münzbecher
Johann Diedrich Danckelmann, Lippstadt, um 1720-30,
Silber, getrieben, graviert, sieben Münzen eingelassen

Gering ist die Anzahl erhaltener Silberobjekte, die aufgrund ihrer Marken für Lippstadt als Entstehungsort gesichert sind. Eine der Marken dieses 1991 erworbenen Bechers zeigt als „Stadtbeschau“ die Lippische Rose, die vom Beschaumeister der Schmiedezunft, der die Silberschmiede hier angehörten, eingeschlagen wurde, um den vorgeschriebenen Mindestfeingehalt an Silber der mit Kupfer versetzten Legierung zu garantieren. In diesem Fall handelt es sich um 12- oder 13lötiges Silber, von 16 Teilen (Lot) waren also 12 oder 13 Teile Silber.
Um das zu überprüfen hat man bei diesem Becher mit der „Stichprobe“ einen Span (Tremulierstrich) ausgehoben.

Der jeweilige Silberschmied stempelte mit seiner „Meistermarke“, hier ein „DD“, Initialen von J. D. Danckelmann, geboren 1694 in Burgsteinfurt, 1720 Lippstädter Bürger, 1745 begraben als Senior der Ref. Gemeinde. Von seiner Hand stammt ebenfalls ein 1740 gestifteter schlichter Abendmahlskelch in der Großen Marienkirche.

In die mit graviertem Bandelwerk überzogene Wandung sind sechs silberne „Mariengroschen“ von Braunschweig-Lüneburg eingelassen. In den Boden ist ein Taler von 1624 eingesetzt, somit erheblich älter als die 1700 und 1714 datierten Mariengroschen; er zeigt den deutschen Kaiser Ferdinand II. (1619-37) und auf der Rückseite, als Gefässunterseite, das Habsburger Wappen. Aufwendige Münzhumpen waren im 17. Jahrhundert, Münzbecher insbesondere im 1. Drittel des 18. Jahrhunderts beliebt. Für ihren Schmuck wurden Münzen unterschiedlichen Alters und verschiedenster Länder verwandt, je nach Vermögen oder Vorgaben des Auftraggebers. Für den 134 Gramm schweren Becher dürfte dieser ein Privatmann und keine Korperation, wie Zünfte oder Schützengesellschaften, gewesen sein.

Quelle: Bildführer, Städtisches Heimatmuseum Lippstadt, Ulrich Becker

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