Im Stadtmuseum entdeckt

"Sauerkrauttopf mit Deckel" Gesundheitsgeschirr der Feinsteinzeugfabrik und Kunsttöpferei

„Sauerkrauttopf mit Deckel“ Gesundheitsgeschirr der Feinsteinzeugfabrik und Kunsttöpferei Oberwinter, Lippstadt

Aus Davidis-Holle, 32. Aufl., 1891, S. 7F.: „Billiger stellt sich das schon seit Jahren bekannte und von mir auch bereits empfohlene Lippstädter Gesundheitsgeschirr, das mit einem Stahlblechboden unter dem eigentlichen Geschirrboden versehen ist, der das Zerspringen möglichst verhütet, weil die dazwischen liegende Luftschicht plötzliche Erhitzung wie allzu rasche Abkühlung des Topfes vermeiden hilft.“

Bedenkt man den Bekanntheitsgrad dieses so beliebten Kochbuches (Empfehlung erstmals in der 32. Aufl., 1891), hat dieser Hinweis sicherlich große geschäftsbelebende Auswirkungen gehabt! Auch noch spätere Werke übernehmen bis nach dem Ersten Weltkrieg diesen werbewirksamen Hinweis.

patentiertes Verfahren: gebörtelte Metallschutzböden mit Asbesteinlagen unter Tontöpfe

patentiertes Verfahren: gebörtelte Metallschutzböden mit Asbesteinlagen unter Tontöpfen

Hersteller und Erfinder des so gerühmten Geschirrs war der Lippstädter Kaufmann Ernst Oberwinter (1848-1912). Er hatte auch ein Patent auf dieses Verfahren angemeldet. Bis 1885 betrieb er in Lippstadt (Langestraße) ein Einzelhandelsgeschäft und verkaufte Porzellan, Kristall- und Glaswaren, sowie auch Jagdutensilien, Spielwaren, Rohrsessel und Stöcke. Noch im selben Jahr errichtete er im Hofraum seines Wohnhauses an der Soeststraße ein kleines Fabrikgebäude. In einem patentierten halbautomatischen Verfahren wurden hier Metallschutzböden mit Asbesteinlagen unter Tontöpfe verschiedener Größe und Formen „gebörtelt“. Dadurch gelang es die bis dato unübertroffenen geschmacklichen Vorteile des lehmglasierten, und daher gesundheitlich unbedenklichen Tongeschirrs bei der Speisezubereitung mit dem Anspruch einer größeren Feuerbeständigkeit zu verbinden.

1913 ging die von Ernst Oberwinter gegründete Fabrik auf den zweitältesten Sohn Wilhelm Oberwinter über und firmierte unter Feinsteinzeugfabrik und Kunsttöpferei Wilhelm Oberwinter, Lippstadt. Die Firma hat sich jahrzehntelang erfolgreich den Erfordernissen des modernen Marktes durch Veränderungen und Strategien angepasst. Beispielhaft sind hier die Produktion eines Kaffeegeschirrs und eine Kaffeefiltermethode zu nennen, deren Erfolgsrezept moderne Dekore und Zeitersparnis waren. Etliche Erzeugnisse glichen in Form und Dekor stark der Bunzlauer Ware der 1930er Jahre. In den 1930er bis 1950er Jahren war das sog. Stahltongeschirr der Liebling der Kundschaft. 1972 erfolgte die endgültige Schließung des Betriebes.

Bleiben Sie neugierig!
Wir sehen uns,

Ihr

                                                                 qrcode_Stadtmuseum
Rathausstraße 13
59555 Lippstadt
Tel.: 02941 980259
stadtmuseum@stadt-lippstadt.de

Kulturpolitisches Leitbild der Stadt Lippstadt – Ziel der Kulturpolitik

Kulturpolitik wird als sinnstiftende gesamtgesellschaftliche Pflichtaufgabe verstanden.

Ihr Ziel ist es, aktiv durch Gestaltung der politisch-gesellschaftlichen

Rahmenbedingungen die kulturelle Infrastruktur sicherzustellen, Kunst und Kultur zu

schützen und zu fördern und Möglichkeiten zu deren offenen Weiterentwicklung zu

eröffnen. Dabei setzt sie auf Nachhaltigkeit und Langfristigkeit.

 

Bürgerbrunnen am Marktplatz

Bürgerbrunnen am Marktplatz

Der Rat der Stadt Lippstadt hat am Montag, dem 27.6.2016 das Kulturpolitische Leitbild für unsere Stadt verabschiedet.

 

Das vollständige Leitbild können Sie hier herunterladen

Kulturpolitisches Leitbild der Stadt Lippstadt – Präambel 6/6

Kulturelle Identität und kulturelle Vielfalt sind untrennbar miteinander verbunden.

Die kulturelle Identität der Stadt mündet in einem Kulturprofil, das überregional

ausstrahlt.

Die Lippe

Die Lippe

Der Rat der Stadt Lippstadt hat am Montag, dem 27.6.2016 das Kulturpolitische Leitbild für unsere Stadt verabschiedet.

Das vollständige Leitbild können Sie hier herunterladen

IMFLUSS LIPPE – Kunst

Solebohrturm an der Lippe, von Theo HölscherKunst in Lippstadt

Anlässlich des fünfzigsten Jahrestags der Heinrichsflut von 1965, fand in Lippstadt und Paderborn eine Sonderausstellung statt. Diese Ausstellung kann jetzt virtuell besucht werden.

Theo Hölscher (1895-1966) besuchte nach dem Kriegsdienst im 1. Weltkrieg die Akademie in Kassel und war ein begeisterter Vertreter der „Neuen Sachlichkeit“. Seine Bildelemente sind klar konturiert und sauber gezeichnet. Erleben Sie spannende Impressionen aus Lippstadt und Paderborn, auf den Seiten der virtuellen Ausstellung IMFLUSS LIPPE.

Wer sich an das Hochwasser erinnern kann, kann auf dieser Seite von den Erlebnissen berichten.

Kulturradio – Live in Lippstadt

Bürgerradio - Lippeland1Am morgigen Samstag ist es wieder soweit

Lippstadt Live –

im Bürgerradio „Radio Lippeland“

Wann Samstag, 23.07.2016
Uhrzeit 19:04 – 20:00 Uhr
Was Kultur aus Lippstadt
Moderation Conny Rupp
Inhalt der Woche Rathausplatzfestival LP 2016 – Mi 27.7. bis Sa 30.7. / Kino für Kenner, / Qi Gong im grünen Winkel

Freut euch auf eine spannende Stunde Lippstadt-Radio mit Conny Rupp.

Für Fragen, Anregungen oder Informationen stehen wir euch gerne jederzeit zur Verfügung.

Studio Lippstadt
Suedstraße 18
D-59557 Lippstadt

Tel.: 0 29 41 – 59 61 0
Email : info@radio-lippeland.de

Im Stadtmuseum entdeckt

Honigbienen sind Wildtiere, die von Natur aus keine menschliche Betreuung brauchen. Sie bevorzugen zum Errichten ihrer Wabenbauten Hohlräume in Bäumen. Wachs und Honig werden seit tausenden von Jahren vom Menschen genutzt, indem sie die Behausungen der Bienen aufspürten und ausbeuteten.

Die Nutzung eigens für Bienen hergestellter Behausungen in Form von sogenannten Beuten (Behausung)  und Stülpern (Bienenwohnung, ein aus Stroh geflochtener Korb) war regional sehr unterschiedlich. Aus der römischen und griechischen Geschichte sind Keramikgefäße bekannt, die als Bienenstöcke dienten. Auch aus dem Alten Ägypten gibt es Bildbeschreibungen der Honigentnahme. Seit der Antike kannte man schon die medizinische Bedeutung der Bienenprodukte. Aus dem Gebiet des heutigen Deutschlands weisen archäologische Ausgrabungen Zeugnisse der Bienenhaltung schon um 500 v. Chr. nach. Aus dem frühen Mittelalter sind zahlreiche bienengesetzliche Regelungen überliefert. Kontinentaleuropäisch entwickelte sich die Imkerei in zwei Bereiche, in die Waldimkerei (Zeidlerei) und die Korbimkerei. Ab dem 14. Jahrhundert gab es in Deutschland die ersten Imkerzünfte. Das Berufsimkertum ging im 16. Jahrhundert von der Lüneburger Heide aus. Mit der Wende zum 19. Jahrhundert kann der Beginn der modernen Imkerei ausgemacht werden und die Waldimkerei verschwandt völlig.

Bleiben Sie neugierig!
Wir sehen uns,

Ihr

                                                                 qrcode_Stadtmuseum
Rathausstraße 13
59555 Lippstadt
Tel.: 02941 980259
stadtmuseum@stadt-lippstadt.de

Kulturpolitisches Leitbild der Stadt Lippstadt – Präambel 5/6

Die Bereitschaft zu Begegnungen mit anderen Kulturen und Wertesystemen sind Teil

der Identität.

Kunst und Kultur sind Ausdruck der gesamten Stadtgesellschaft und nicht das

Privileg einer Elite.

Kleiner Brunnen in der Woldemei

Kleiner Brunnen in der Woldemei

Der Rat der Stadt Lippstadt hat am Montag, dem 27.6.2016 das Kulturpolitische Leitbild für unsere Stadt verabschiedet.

Das vollständige Leitbild können Sie hier herunterladen

Im Stadtmuseum entdeckt

Salz ist eines der ältesten „Lebensmittel“ der Menschheit. Archäologische Funde belegen, dass es seit etwa 10.000 v. Chr. regelmäßig verwendet wird. Wo Menschen Salz und Wasser vorfanden, ließen sie sich nieder, wurden sesshaft, gründeten Siedlungen. Früh entdeckten die Menschen, dass Salz nicht nur den Speisen die Würze gibt, sondern auch konservierende Eigenschaften besitzt. Deshalb ist Salz seit jeher ein bedeutendes Handelsprodukt, das auch über weite Strecken transportiert wurde. Zur Zeit der Römer entstanden für den Handel mit dem „weißen Gold“ die ersten Handelswege, sog. Salzstraßen. Im Mittelalter entstanden auch in Deutschland solche Transportwege. Der Hellweg ist ebenfalls eine ehemalige Salzstraße. Schon im Vorfeld der Industrialisierung wurde die Salzproduktion immer weiter gesteigert. Gleichzeitig wurde auch der Handel immer mehr professionalisiert und die festgelegten Handelsrouten mussten strikt eingehalten werden. Denn Salzsteuern, Wegezölle und Handelsrechte, sog. Niederlagsrechte, brachten Städten und Landesfürsten schließlich mehr Einnahmen als das Salz selbst. Unser deutscher Begriff „Salz“ hat sich aus dem lat. Wort „Salarium“ entwickelt. Dieses wiederum stammt von „Salus“ ab, dem Namen für die römische Gottheit der Weisheit, die für das allgemeine Wachsen und Gedeihen verantwortlich war. Die römischen Beamten und Soldaten bekamen für ihre Reisen eine Ration Salz, genannt „salarium“. Im Deutschen verwenden wir manchmal noch den etwas altertümlichen Begriff „Salär“, was so viel wie Lohn oder Gehalt bedeutet.

Der Salzkasten hing immer in der Nähe des Feuers. So blieb das Salz trocken und die Hausfrau hatte es schnell zur Hand. So findet der Besucher diesen schönen Holz-Salzkasten auch in der Museumsküche, links neben dem Kamin.

Der Salzkasten hing immer in der Nähe des Feuers. So blieb das Salz trocken und die Hausfrau hatte es schnell zur Hand. So findet der Besucher diesen schönen Holz-Salzkasten auch in der Museumsküche, links neben dem Kamin.

Die Geschichte der Salzgewinnung lässt sich bis weit in die früheste Menschheitsgeschichte zurückverfolgen. Wahrscheinlich gewannen die Menschen das erste Salz aus Meerwasser, durch natürliche Verdunstung. Erste ausgefeiltere Methoden der Salzgewinnung lassen sich nicht nur bei den Römern nachweisen. Die ersten Menschen, die Salz im „größeren Stil“ aus Natursole gewannen, waren die Kelten. Diese fingen bereits einige Jahrhunderte vor Christus das salzhaltige Wasser aus den Solequellen in Wannen auf und ließen es in dickwandigen Tonkrügen auf einer groß angelegten Feuerstelle eindampfen. Den ersten großen Schritt in der Salzgewinnung aus Sole machten die Menschen im Mittelalter, indem sie sich nicht nur auf die natürlichen Solequellen beschränkten, sondern selbst Sole aus den Bergen gewannen. Dazu schufen sie Hohlräume im Salzgestein, leiteten dort Wasser ein und lösten so das Salz aus dem Fels. Dieses wurde in Sudhäusern über Tage gesiedet. In sog. „Pfannen“ wurde das Salzwasser so lange erhitzt, bis nur noch ein Salzbrei übrig blieb, der dann getrocknet wurde. Diese Pfannentechnik behielt man in den Salinen bis Mitte des 20. Jh. bei, sie erklärt auch den Ursprung der Bezeichnung „Kochsalz“. Damals wie heute wird Siedesalz aus Sole gewonnen. Heute werden dazu aber keine Pfannen mehr eingesetzt, sondern geschlossene Verdampferanlagen. Dabei verdampft das Wasser und das Salz kristallisiert heraus. In einer Zentrifuge wird das restliche Wasser vom Salz getrennt und anschließend mittels Heißluft getrocknet. Das getrocknete Salz ist Speisesalz von höchster Reinheit.

Bleiben Sie neugierig!
Wir sehen uns,

Ihr

                                                                 qrcode_Stadtmuseum
Rathausstraße 13
59555 Lippstadt
Tel.: 02941 980259
stadtmuseum@stadt-lippstadt.de

 

 

 

Kulturpolitisches Leitbild der Stadt Lippstadt – Präambel 4/6

Am Lippetor in Lippstadt

Am Lippetor in Lippstadt

Lippstadt versteht die eigene Kultur als Teil der Weltkultur. Aus diesem

 

Selbstverständnis heraus werden sowohl das eigene materielle und immaterielle

kulturelle Erbe als auch das heutige Kulturschaffen in seiner ganzen Vielfalt und

Breite erhalten und entwickelt.

Der Rat der Stadt Lippstadt hat am Montag, dem 27.6.2016 das Kulturpolitische Leitbild für unsere Stadt verabschiedet.

Das vollständige Leitbild können Sie hier herunterladen

IMFLUSS LIPPE – Renaturierung

Renaturierung2

Anlässlich des fünfzigsten Jahrestags der Heinrichsflut von 1965, fand in Lippstadt und Paderborn eine Sonderausstellung statt. Diese Ausstellung kann jetzt virtuell besucht werden.

Die Renaturierung der Lippe – lesen Sie verschiedene Hintergrundinformationen zu historischen, ökologischen und politischen Entscheidungen auf den Seiten der virtuellen Ausstellung IMFLUSS LIPPE. Wie diese bis heute wirken und positive Einflüsse auf die Naturlandschaft, Kultur und Wirtschaft (gehabt) haben.

Wer sich an das Hochwasser erinnern kann, kann auf dieser Seite von den Erlebnissen berichten.